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Sauber und bequem zum Essen gehen

Tragekomfort und Hygiene sind entscheidend bei Berufskleidung für lebensmittelverarbeitende Betriebe.
Berufskleidung für Betriebe, in denen Lebensmittel hergestellt oder verarbeitet werden, muss künftig den Anforderungen der DIN 10524 „Arbeitskleidung in Lebensmittelbetrieben“ an Herstellung, Auswahl, Nutzung und Wiederaufbereitung entsprechen.
Berufskleidung erfüllt in der moderrnen Arbeitswelt wichtige Funktionen:
Sie sorgt beim Arbeitnehmer für die Identifikation mit dem Unternehmen, im Kundenbereich stellt sie einen einnheitlichen Auftritt sicher und im Umgang mit Lebensmitteln schützt sie das Produkt. Vor allem soll sich der, Träger in ihr aber auch wohl fühlen und seine Leistungsfähigkeit unterstützt werden.
Tragekomfort ist objektiv messbar
Beim Kauf oder dem Leasing von Berufskleidung spielen entsprechend viele Faktoren eine Rolle, von denen zwei objektiv messbar sind: der physiologische Tragekomfort und die Hygienequalität eines Kleidungsstückes. Mit dem physiologischen Tragekomfort ist die Fähigkeit eines Kleidungssstückes gemeint, die physiologischen Vorgänge im Körper, und hier besonnders die Temperaturregelung in Abbhängigkeit vom Umgebungsklima und der Tätigkeit, zu unterstützen. Ist der physiologische Tragekomfort ungenügend, wird die Berufskleidung vom Trauml;äger als l&stig oder unangeenehm empfunden, worunter neben der Akzeptanz auch die physische und psychische Leistungsfähigkeit leidet. Außerdem wird der Stress am Arbeitssplatz sowie die Gefahr von Gesunddheitsschäden durch übermäßige physiologische Belastung erhöht und falsches Trageverhalten beeinträchtigt die Funktion der Kleidungsstücke als Schutz vor hygienischen Beeinträchtigungen. Am internationalen Textilforschungsinstitut Hohensteiner Institute in Bönnigheim hat man in den vergangenen Jahrzehnten objektive Bewertungsmethoden für die verschiedenen Aspekte des Tragekomforts entwickelt. Die Ergebnisse der Untersuchungen fließen in die so genannte Tragekomfortnote ein, die von 1 für „sehr gut“ bis 6 für „ungenügend“ reicht. Hygiene ist im Umgang mit Lebensmitteln das A und 0 Mindestanforderungen an den Tragekomfort beeinhaltet auch die seit Mai 2004 gültige Norm DIN 10524 für „Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben“. In ihr werden die Hygieneanforderungen bezüglich Auswahl, Nutzung und Wiederaufbereitung verbindlich definiert und damit eine entscheidende Lücke im betrieblichen HACCP-Konzept geschlossen. Basis ist die Hygienerisikoeinstufung der unterschiedlichen Tätigkeiten innerhalb eines Betriebes.
Einteilung in drei Risikoklassen
Für drei Risikoklassen werden unterschiedliche Anforderungen an die Kleidung definiert. So muss der Oberstoff über eine ausreichende Barrierewirkung gegenüber Keimen verfügen. Die Farbe von Hosen und Oberteilen sollte weiß oder pastellfarben sein. Dunkle textile Accessoires wie farblich abgesetzte Kragen und Bündchen sind möglich. Auf jeden Fall müssen die Stoffe über eine ausreichende Farbechtheit verfügen und die Anforderungen an leasinggerechte Berufskleidung zum Beispiel im Hinblick auf das Selbstglättungsverhalten, die Maßbeständigkeit und das Pillingverhalten erfüllen. Die Tragekomfortnote sollte jeweils mindestens 3 (= befriedigend) betragen. Auch für die Konfektion, d.h. den Schnitt und die Verarbeitung, sind Mindestanforderungen definiert worden, damit eine negative Beeinflusssung der Lebensmittel ausgeschlossen werden kann. Je nach Hygienerisiiko sollten nur Kleidungsstücke mit Innentaschen (Zugang auf der Innenseite des Kleidungsstückes) verwendet werden. Unverschließbare, aufgesetzte Taschen sind nicht für die Berufskleidung in den Risikoklassen 2 und 3 geeignet, da dort verwahrte Gegenstände herausfallen und in den Produktionsprozess geraten können. Empfohlen werden Oberteile mit langen Ärmeln, wobei die Weite durch Druckknöpfe am Abschluss verstellbar sein sollte. Das Oberteil sollte durch eine verdeckte Knopfleiste vorne verschließbar und der Kragen vorzugssweise hochgeschlossen sein. Allerdings darf er aber auch nicht zu eng am Hals anliegen, da sonst der Luftaustausch zu sehr beeinträchtigt wird. Mäntel sollten mindestens bis zum Knie reichen, Kasacks mindestens über die Tascheneingriffe der Hose herab. In Bereichen, in denen unverpackte Lebensmittel bearbeitet werden, müssen die Mitarbeiter, aber auch Besucher, weiße oder helle Kopfbedeckungen tragen, welche die Haare weitgehend bedecken. Durch entsprechende Hauben oder Schiffchen aus engmaschigem Material wird die Freisetzung von Haaren vermieden, welche die Lebensmittel verunreinigen könnten. Haarnetze sind wegen der geringen Barrierewirkung nicht als Kopfbedeckung in solchen Bereichen geeignet. Wenn nicht auf Einwegmaterialien zurückgegriffen wird, müsssen auch die Kopfbedeckungen wasch- und desinfizierbar sein. Die verwendeten Materialien müssen ebenfalls eine Tragekomfortnote von mindestens 3 (= befriedigend) erreichen. Dem sicheren Schutz der Lebensmitttel bei Hautverletzungen dienen Handschuhe. Da selbst kleinste, nicht sichtbare Verletzungen ein Gefahrenpotenzial darstellen, müssen alle Mitarbeiter im Bereich der Lebensmittellherstellung und -Weiterverarbeitung flüssigkeitsdichte Handschuhe mit ausreichender Barrierewirkung tragen. Sofern die Handschuhe wieder verwendet werden, müssen sie ebenfalls wasch- und desinfizierbar sein. Die Schuhe müssen den Anforderungen der Berufsgenossenschaft entsprechen und auf jeden Fall über rutschfeste Sohlen verfügen. Schürzen dienen der Bedeckung von Kleidungsbereichen, die besonders häufig und leicht beschmutzt werden. Die Anforderungen an die verarbeiteten Materialien, die Konfektion und die Wiederaufbereitung in der gewerblichen Wäscherei entsprechen denen der übrigen Kleidung.
Konformitätsbewertungen bieten Sicherheit
Einige Hersteller von Berufsbekleidung haben die Normvorgaben der DIN 10524 bereits in die Gestaltung ihrer Kollektionen einfließen lassen. Sicherheit bei der Auswahl normgerechter Berufsbekleidung in Lebensmittelbetrieben bieten Konformitätsserklärungen, wie sie von den Hohennsteiner Instituten auf Basis umfangreicher Untersuchungen erteilt werden. Die Konformitätsbestätigungen für konfektionierte Ware dokumentieren, für welche Risikoklasssen nach DIN 10524 eine Kleidungskombination, z.B. bestehend aus Hose und Kasack, geeignet ist und bestätigen, dass sie in getragenem Zustand deren umfangreichen Vorgaben entspricht. Selbstverständlich muss ein Kleidungsstück die hygienischen Anforderungen über die gesamte Nutzungssdauer hinweg erfüllen können. Deshalb soll die Kleidung unter den Bedingungen einer gewerblichen Wäscherei behandelbar sein, d.h. waschhbar, desinfizierbar und finishbar. Von entscheidender Bedeutung für die Hygiene ist die Arbeitsqualität der Wäscherei. Betriebe welche das RAL-Gütezeichen 992/3 für Wäsche aus Lebensmittelbetrieben führen dürfen, erfüllen die notwendigen hygienischen Anforderungen. Das RAL-Gütezeichen stellt heute den Stand der Technik für sachgemäße Wiederaufbereitung von Wäsche aus Lebensmitttelbetrieben dar.

Quelle: Forschungsinstitut Hohenstein, Bönnigheim, Fax +49 7143 271-721, www.hohenstein.de